Prügelstube

von Felix Fischer

Bis 1933 Dienststelle der Stadtpolizei

Die Prügelstube befand sich in der Rosengasse neben dem Rathaus. Bis 1933 war dort das Gebäude der ehemaligen „Alten Herberge“, das als Dienststelle der Stadtpolizei genutzt wurde.

Dort führten die Nationalsozialisten brutale „Befragungen“ von politischen Gegnern, Sozialdemokraten, KPD-Anhängern und Juden durch. Der Raum im ersten Obergeschoss wurde deswegen auch als „Folterkammer“ bezeichnet.

Eines der ca. 150 Opfer war Dr. Alfred Masur. Er war jüdischer Arzt in Coburg. Im März 1933 floh er zuerst aus Coburg, kehrte dann aber kurze Zeit später in seine Heimat zurück und wurde sofort festgenommen. Danach wurde er auf so brutale Weise in der Prügelstube gefoltert, dass er einen Selbstmordversuch unternahm. Es wurde später festgestellt, dass Dr. Masur aufgrund der Folter in der Prügelstube weder richtig laufen noch sitzen konnte. Alfred Masur verstarb am 6. Februar 1941. Heute findet man in der Nähe der ehemaligen Prügelstube eine Gedenktafel für die Opfer.

 

Hinweis

Dieser Artikel wurde im Rahmen eines Schulprojektes von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ernestinum (Abiturjahrgang 2016/18) im P-Seminar „Straßennamen“ unter der Leitung von OStRin Isolde Heilgenthal-Habel und unter Mitwirkung von Dr. Hubertus Habel erarbeitet.