Unabhängig von den gerade geschilderten aktuellen Ereignissen war ein Schlossergeselle aus der Gegend auf seiner Wanderschaft durch Deutschland auch nach Lübeck gelangt. Dort hatte er feste Anstellung in einer Schlosserei gefunden. Als der alte Meister überraschend starb, er­gab sich die alte Konstellation: die Schlosserwitwe wollte den Betrieb weiterführen, benötigte einen geeigneten Handwerker dafür und trug es dem dort schon tätigen Handwerker an. Zu­dem mochte sie ihn wohl auch so sehr, dass sie den Mann auch bald heiratete. Dieser Mann hieß zufällig Engel und kam wie gesagt aus Papas Nachbardorf

Eine derartige Erfolgsstory sprach sich natürlich auch in der alten Heimat herum. Wenn diese Geschichte besprochen wurde, wurde auch über die generell solide Wirtschaftsstruktur der al­ten Hansestadt Lübeck gesprochen und dabei erwähnt, dass es eigentlich noch eine ähnlich ge­lagerte „Chance“ dort geben würde, nämlich den kerngesunden, aufstrebenden Schlossereibe­trieb Heinr. Gercken. Das Geschäft wäre sehr erfolgreich und der Gründer und Alleinunter­nehmer hätte nichts sehnlicher, als einen Nachfolger in der Familie gehabt. Leider sind ihm „nur“ drei Töchter als Nachkommen gegönnt worden.

Nachdem Papa als wohlbestallter Ingenieur in seine Heimat zurückgekehrt war, war natürlich auch er Thema der dortigen Gespräche, nämlich dass man nun einen solchen ausgewiesenen Fachmann in der Region hatte, der dringend adäquate Aufgaben brauchte. Die beiden Ge­schichten mussten sich treffen. So war es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Aufnahme von Vermittlungsbemühungen durch Schlossermeister Engel für Willy Stahn in dieser Angelegen­heit.

Für derartige Zwecke war das „Starphoto“ von Papa im Atelier Kurt Schröder in Mittweida, dem ersten Photographen der Stadt, schon entstanden, wie im vorigen Kapitel vom Prinzip her erläutert. Dieses gelungene Photo – mit dem geschickten Spiel von Licht und Schatten, dem Einsetzen von viel Weichzeichner und der geschickten Stilisierung eines Traumbildes „Mann“ (Typ Filmstar-Photo a la „Valentino“) – gelangte über den Vermittler Engel an Ida Gercken in Lübeck und bildete so die erste Brücke für die Beziehung unserer Eltern.