„Meine Großmutter hatte rotes Haar und war
eine wunderbare Köchin, Mutter und
Großmutter.“
Claude T.H. Friedman

Rosita Sachs führte mit ihrem Mann Albert (1876 ‐1962) den feinsten Wäscheladen von Coburg. Sie
hatten zwei Kinder, Elsa und Hans. Um der Verfolgung in Coburg zu entkommen,
zogen sie zunächst nach Berlin. Durch ihren Bruder Reinholt Alkan, der als Augenarzt in
London arbeitete, gelang es dem Ehepaar ein Visum für England zu erhalten.
Am 1. September 1939, dem Tag des Kriegsbeginns, gingen sie in Hamburg an Bord
eines deutschen Schiffes, das sie nach England bringen sollte. Das Schiff drehte jedoch und
kehrte nach Deutschland zurück, wo sie ohne einen Pfennig Geld landeten. Freunde aus Berlin
liehen ihnen das Geld für eine Zugfahrkarte nach Holland. Es war gerade noch rechtzeitig.

Direkt nachdem ihr Zug die holländische Grenze passiert hatte, wurde sie geschlossen. Sie entkamen nach
England und wanderten im Jahr 1944 von dort in die USA aus, wo sie zunächst bei ihrer Tochter
Elsa und deren Familie in Detroit lebten. Ihren Lebensabend verbrachten Rosita und
Albert Sachs in enger Nachbarschaft mit ihrer Tochter und den Enkelkindern, Claude und
Barbara. Das Ehepaar war 53 Jahre verheiratet. Albert Sachs starb im Frühjahr 1962, im Herbst
des gleichen Jahres folgte ihm Rosita Alkan Sachs.

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