„Die meiste Zeit meiner Kindheit und Jugend war meine Mutter die Präsidentin einer
wohltätigen Organisation mit dem Namen „Die Selbsthilfe – The Self Help“. Diese
Organisation hatte sich gegründet um jüdische Flüchtlinge, die in die Region um
Detroit gekommen waren, zu unterstützen. Sie versorgte sie mit Geld, Unterkünften, half
ihnen Beschäftigungen zu finden, in der neuen Umgebung zurecht zu kommen und
die Sprache zu lernen. Sie war das Herz und der Kopf dieser wunderbaren Organisation.“
Claude T.H. Friedman

Als Tochter der Besitzer des feinen Leinengeschäfts „Adolf Alkan“ stand Elsa Sachs die Welt
offen. Sie ging in die besten Schulen, machte ihren Gymnasialabschluss in der Schweiz, ging oft
ins Theater und in die Oper. Sie war vernarrt ins Klettern und Schifahren. Und auch das
Klavierspielen bekam sie recht gut hin. Am 15. April 1936 heiratete sie Julius Friedmann.
Er wurde in Sonneberg geboren und war der Sohn eines Pferdegeschirrherstellers. Seine
Mutter starb, als er Anfang 20 war. Sein Vater wurde von den Nazis in Theresienstadt ermordet.
Im Dezember 1938 gelangten Elsa und Julius Friedmann zuerst nach Holland und von dort aus
entkamen sie in die USA. Die Nazis erlaubten ihnen einen großen Teil ihrer
Möbel, ihres chinesischen Porzellans und Silbers mitzunehmen. Zusätzlich schaffte die Familie, im
Schornstein eines holländischen Rheindampfers Gold im Wert von 1000 Dollar zu schmuggeln.
Wenn sie geschnappt worden wären, hätte dies ihren Tod bedeutet.
In den USA schaffte Elsa Friedmann es als erste der Familie einen Job als Verkäuferin in einem
Kaufhaus zu bekommen. Elsa Friedmann hatte mit ihrem Mann entschieden,
dass sie keine jüdischen Kinder in Nazideutschland bekommen wollten, erst
nachdem sie sich in Detroit etabliert hatten, bekamen sie einen Sohn und eine Tochter.

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