„Klirren von Glas, Weinen der Kinder und Schreie um Hilfe. Bevor ich erkannte, was los
war, standen schon 2 Nazis vor mir, die ich nicht kannte. Der eine hatte eine Reitpeitsche in der Hand
und beide trieben mich mit wüster Beschimpfung aus dem Haus. Da flogen auch schon schwere Steine durch
die Fenster meiner Villa… Es wurde geschrien und zerstört. Tausende Glasscherben, die
immer noch zu höheren Haufen anwuchsen, lagen herum.“ Berta Hirsch, 1963

Berta Hirsch war die Frau des Predigers, Kantors und Lehrers Hermann Hirsch der israelitischen
Kultusgemeinde von Coburg. Zusammen bauten sie in den 20er Jahren eines der angesehensten
jüdischen Landschulheime in Deutschland auf. Als die jüdischen Kinder ab 1935 die öffentlichen
Schulen verlassen mussten, wurde das Internat in eine Volksschule umgewandelt.
Schon in den 20er Jahren geriet die Familie in das Visier der Coburger Nationalsozialisten. 1933
wurde Hermann Hirsch inhaftiert und misshandelt, ebenso in der Reichspogromnacht.
Danach verbrachte er mehrere Monate im Gefängnis in Hof.
Berta Hirsch organisierte in dieser Zeit die Ausreise und 1939 gelang es der Familie nach
Palästina zu entkommen. Dort übernahm Hermann Hirsch die Leitung
eines Landschulheimes. Nach seinem Tod im Jahr 1942 führte Berta Hirsch diese Arbeit zunächst
weiter. 1944 gründete sie ein eigenes Kinderheim mit Flüchtlingskindern in Nahariya, das sie
zusammen mit ihrer Tochter Esther leitete.

Diesen Artikel können SIe sich als Plaka ansehen: