Die Postkarte aus dem Jahre 1920 sorgte damals für große Aufregung. Auf dieser Karte übergibt ein durch seine Ballonmütze als Sozialist gekennzeichneter, reich bepackter Coburger dem Münchner Kindl den Grenzpfahl des Freistaates Coburg. Das Coburger Bürgertum störte sich sehr daran, dass man durch einen Sozialisten repräsentiert wurde. Des Weiteren gibt die Karte auch nicht ganz die Wahrheit wieder. Es waren ja gerade die sozialistischen Funktionäre – mit Ausnahme Klinglers – die einen Anschluss an Bayern nicht befürworteten, auch wenn die Karte etwas anderes suggeriert. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass offensichtlich die Mehrheit der SPD-Wähler für Bayern stimmte.[1]

 


[1] Schneier, Walter: Coburg im Spiegel der Geschichte. Von der Urzeit bis in die Gegenwart. Auf den Spuren von Fürsten, Bürgern und Bauern. Coburg 1986. S. 277; „Nicht durch Krieg, Kauf oder Erbschaft“. Ausstellung des Staatsarchivs Coburg anläßlich der 75. Wiederkehr der Vereinigung Coburgs mit Bayern am 1. Juli 1920. Coburg, den 1. Juli – 1. September 1995. Hrsg. von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. München 1995. S. 188.