Am 13. November 1921 stand der Coburger Stadtrat zur Neuwahl. Bei der Wahl traten die bürgerlichen Parteien, DDP, die damit aus der Weimarer Koalition ausscherte und sichaus wahltaktischen Gründen den Republikfeinden anschloss, DVP und DNVP, mit einer gemeinsamen Liste an, da sie sich zusammen eine bessere Chance gegen die SPD erhofften. Die Wahl brachte bei einer Wahlbeteiligung von rund 63 % folgendes Ergebnis[1]:

 

USPD

SPD

Vereinigte Bürgerliste (DDP, DVP und DNVP)

Stimmen

%

Sitze im Stadtrat

786

8,12

2

2.563

26,47

6

6.335

65,42

17

Erklärungen zur Tabelle:

USPD = Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

SPD = Sozialdemokratische Partei Deutschlands

DDP = Deutsche Demokratische Partei

DNVP = Deutschnationale Volkspartei

DVP = Deutsche Volkspartei

Das Wahlergebnis war für die Sozialdemokratie eine herbe Niederlage. Hatten USPD und SPD mit ihrer gemeinsamen Liste 1919 noch 43,96 % der Stimmen geholt, waren es jetzt zusammen nur noch 34,59 %. Dementsprechend konnten sich die Bürgerlichen als Gewinner fühlen, da sie nun die Mehrheit im Stadtrat stellten.[2] Mit mehr als zwei Drittel der Stadtratsmandate für die Bürgerliste, die durch die nationalistische und antisemitische DNVP dominiert wurde, hatte sich der Rechtstrend seit der Reichtagswahl vom 6. Juni 1920 wesentlich verstärkt.

 


[1] Sandner, Harald: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999. S. 77; Coburger Zeitung v. 14. November 1921 und Schmehle, Günther: Coburg und die Deutsche Arbeiterbewegung. Die Arbeiterbewegung im Raum Coburg von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, im Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung der Arbeiterbewegung, insbesondere in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Diss. Bamberg 1980. S. 168f.

[2] Ebenda, S. 168f.