Am 11. Mai 1919 durften die Coburger zum ersten Mal unter demokratischen Vorzeichen ihren Stadtrat neu wählen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis[1]:

 

SPD

DDP

DVP

Stimmen

%

Sitze im Stadtrat

4.292

43,96

9

3.870

39,64

9

1.601

16,40

3

Erklärungen zur Tabelle:

SPD = Sozialdemokratische Partei Deutschlands

DDP = Deutsche Demokratische Partei

DVP = Deutsche Volkspartei

Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 57 %, da nur 9.763 der 17.000 Wähler ihre Stimme abgaben.[2] Das Ergebnis zeigt, dass die demokratischen Kräfte, also die SPD und die DDP, in Coburg eine breite Mehrheit besaßen. Jedoch musste die SPD im Vergleich zur Nationalversammlungswahl Verluste hinnehmen. Sie verfehlte mit ihren 43,96 % die im Januar erreichten 54,81 % deutlich. Die DDP wiederum konnte sich von im Januar erzielten 34,36 % um rund 5 % auf 39,64 % steigern. Auch die konservativen Bürgerlichen konnten sich verbessern. Hatte die Listenverbindung von DVP und DNVP im Januar 1919 nur 8,53 % erreicht, konnte die nun alleine antretende DVP 16,4 % der Stimmen auf sich vereinen. Seit der Wahl zur Nationalversammlung hatten sich die Kräfteverhältnisse merklich zugunsten des bürgerlichen Lagers verschoben.

 


[1] Sandner, Harald: Coburg im 20. Jahrhundert. Die Chronik über die Stadt und das Haus Sachsen-Coburg und Gotha vom 1. Januar 1900 bis zum 31. Dezember 1999. S. 69; Coburger Zeitung v. 13. Mai 1919.

[2] Coburger Zeitung v. 13. Mai 1919.