Mohrenstraße 21

Hier wohnten Klara und Julius Klein.

Klara Klein wurde am 13. September 1888 in Öttingen geboren, Julius Klein am 4. August 1876 in Bamberg. Julius Klein war Kaufmann und besaß in der Callenberger Straße 12 eine Porzellangroßhandlung. Spätestens nach der Reichspogromnacht und nach der Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben vom November 1938, musste der Einzelhändler sein Geschäft aufgeben. Vermutlich aufgrund seines hohen Alters, vielleicht auch weil sie keine Zuflucht fanden, blieb das Ehepaar in Coburg. Im Februar 1939 gehörten die Kleins zu den letzten39 jüdischen Familien der Stadt. Die Nazis teilten der Regierung von Oberfranken mit, dass „mit ganz wenigen Ausnahmen diese Juden nicht mehr mit Ariern zusammen in einem Hause wohnen. Wo dies noch der Fall ist, werden demnächst solche Wohnverhältnisse durch Umzug oder Auswanderung abgestellt.“ Ende des Jahres 1939 gab es nur noch 59 Juden in Coburg – darunter die Kleins. Am 30. April 1939 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass den Juden untersagte, in arischen Häusern und Wohnungen zu leben. Zwei Monate später mussten auch die Kleins ihr Haus verlassen und in die Mohrenstraße 32 ziehen. Ab dem 19. September 1941 wurden sie gezwungen, einen Judenstern auf der linken Brustseite des Kleidungsstückes zu tragen. Am 23. Oktober 1941 gab es für die verbliebenen Coburger Juden keine Möglichkeit mehr, zu flüchten. Ein Gesetz verbot ihnen die Auswanderung. Im November 1941 wurden die Kleins „umgesiedelt“. Vor der Deportation mussten sie noch eine Erklärung über ihren gesamten Vermögensstand abgeben. Das Vermögen ging in den Besitz des Deutschen Reichs über. Die Kleins wurden ins Konzentrationslager nach Riga gebracht. Ihr Todesdatum ist unbekannt.

Paten: Gudrun und Urban Klein