Mohrenstraße 1 a.

Hier wohnten Jenny und Max Frank.

Jenny Frank wurde am 15. Oktober 1868 in Konitz/Mecklenburg geboren. Ihr Mädchenname war Israelsky. Max Frank wurde am 24. Oktober 1865 in Paderborn geboren. 1913 zogen die beiden nach Coburg. Bis 1935 war Max Frank Mitinhaber des größten jüdischen Kaufhauses, Moses Conitzer & Söhne in der Spitalgasse 19. Bereits Ende der 20er Jahre wurde das Kaufhaus zur Zielscheibe nationalsozialistischer Diffamierungen. Im Juni 1933 wurde Max Frank in der Spitalgasse von einem Trupp junger Burschen mit Hakenkreuz mit Worten wie „Jude verrecke“ übel beschimpft.

Im Februar 1931 veranstaltete die „Coburger National-Zeitung“ ein Preisausschreiben, bei dem es Einkaufsgutscheine in Deutschen Geschäften zu gewinnen gab. Zusätzlich gab es immer wieder Boykottaktionen, so dass zunehmend weniger Kunden in die Geschäfte der Juden kamen. 1935 wurde das Kaufhaus Moses Conitzer & Söhne enteignet und von einem „Arier“ weitergeführt.

Am 9. November 1938 kam es in der Reichspogromnacht auch in Coburg zu schweren Ausschreitungen gegen Juden: Am Vormittag drang ein Trupp von SA-Leuten im Auftrag der NSDAP-Kreisleitung hier in die Wohnung des Ehepaars Frank ein. Max Frank hatte zu diesem Zeitpunkt schwere Herzprobleme, seine Frau Jenny lag gelähmt und hilflos im Bett. Die Nazis polterten wie eine wilde Horde die Treppe hinauf. Der erste, der die Wohnung betrat, schrie: „Wo sind die Juden? Heraus mit ihnen, die werden abgeführt!“ Eine Schwester, die sich um Jenny Frank kümmerte, trat den Nazis entgegen und stellte sich schützend vor Max Frank. Daraufhin durchsuchten die Nazis die Wohnung. Einer der SA-Männer war völlig betrunken und ging in das Schlafzimmer von Jenny Frank. Wieder trat die Schwester mutig dazwischen und verhinderte so, dass Jenny Frank aus dem Bett gerissen wurde. Dafür stürzten sich die Nazis mit roher Brutalität auf Max Frank. Sie schlugen ihn auf den Kopf und zerrten ihn aus der Wohnung. Noch im selben Jahr, nur einen Monat später, starb Max Frank am 8. Dezember 1938. Jenny Frank verließ Coburg im Januar 1939 und zog nach Würzburg, wo sie in einem Heim lebte. Am 23. September wurde sie von dort aus nach Theresienstadt deportiert und am 18. April 1943 ermordet.

Pate Jenny Frank: Roswitha Friedrich
Pate Max Frank: Dr. Ulrich Eberhardt