Das Digitale Stadtgedächtnis ist „Ausgewählter Ort 2010“ im Land der Ideen geworden. Viele Coburger Institutionen hatten freudig den Ehrentag vorbereitet – sie wollten mit ihrer Initiative für alle Bürger den Tag erlebbar machen. Ein echt „cooler“ Flyer war in Umlauf gebracht worden. Die Verfasser hatten sich alle Mühe gegeben, die Coburger Bürger zu interessieren und herbeiströmen zu lassen. Auf alle Events, welche die Bürgerinnen und Bürger erfreuen sollten, wurde in der Programmübersicht hingewiesen. Vom Tourismus Coburg war eine Sagenführung angeboten worden. Da sagten sich wohl viele Leute, warum sollen wir denn da hin gehen? Sagen und Märchen lesen wir doch täglich immer wieder. Aber: Die Leute wussten nicht, dass es sich bei dieser Führung um Sagen aus längst vergangener Zeit handelte. Hinterher war nämlich zu erfahren, dass viele Leute gekommen wären, wenn sie gewusst hätten, worum es wirklich ging. Wenn das nur richtig bewusst gemacht worden wäre! Zwei kluge Leute wussten, worum es ging! Und diese nahmen dann auch an der „Tourismus Coburg-Führung“ teil. Die waren erfreut, von der Ringleinsage im Grabfeldgau zu hören, von der Coburg mal ein Untergau war. Weitere Sagen und Legenden über den heiligen Mauritius, den Henkern, den steinernen Brunnenlöwen folgten auf dem Markt. An und in der Morizkirche war einiges über den Mönch vom Morizturm, Adam und Eva, den 13. Tüter vom Morizturm, den Wetzrillen zu erfahren. Im Grabungsmuseum standen einige Luthersagen auf dem Programm und die Sage vom Geheimgang von der Veste in die Stadt, welcher nie entdeckt wurde, war auch ein Thema. Zum Schluss wurde eine wahre Begebenheit erzählt. Nämlich der berühmte Pferdesprung in den Rückertbrunnen, den viele Coburger für ein Märchen halten. Die zwei Teilnehmer an der Sagenführung waren glücklich, dass trotz der geringen Teilnehmerzahl die Führung durchgeführt wurde und meinten, sicher wären da mehr Coburger dabei gewesen, wenn sie es vorher gewusst hätten.