Aus Unterlagen des Mutterhaus-Archivs in Neuendettelsau geht hervor, dass am 8. Februar 1923 in Anwesenheit der ersten „Neuendettelsauer Kolonie“, bestehend aus Diakonisse Schwester Anna Nittinger (Einrichtungsleitung), Bruder Hans Rödel (für Garten und allgemeine Ökonomie zuständig) sowie einer Anzahl männlicher und weiblicher Hilfskräfte die Eröffnung der Coburger Filiale, des „Pflegehauses Lützelbuch“ vollzogen wurde. Am 21. August 1923 fand die offizielle Einweihung statt.

Nachdem weder brauchbare Ausstattung an Möbeln, Geräten, Wäsche, Heizmaterial noch der nötige Viehbestand zur Bewirtschaftung der Wiesen und Felder in ausreichendem Umfang vorhanden waren, mussten vonseiten des Einrichtungsträgers umfangreiche Investitionen vorgenommen werden. Aus diesen Worten lässt sich unschwer erahnen, mit wie viel Engagement, selbstlosem Einsatz und bewundernswerter christlicher Glaubensstärke die Mitarbeitenden vor Ort seinerzeit im Dienst standen. Mühevolle und arbeitsreiche (Weiter-) Entwicklungsprozesse waren in Lützelbuch in Gang gesetzt worden. Wege des Aufbaus führten Schwestern wie auch alte, arbeitsunfähige und heimatlose Hausbewohner durch Täler der Bescheidenheit bis hin zu einem Lebensstandart, der zur damaligen Zeit schon eine besondere Geborgenheit aller durch ein vom diakonischen Geist geprägtes Gemeinschaftsbewusstsein entstehen ließ. Die Nähe zum Hilfesuchenden finden, die Bedürfnisse des Mitmenschen erkennen und helfend reagieren mit christlicher Liebe in Wort und Tat – diese damaligen Schwerpunkte für den täglichen diakonischen Dienst und das Leben in christlicher Gemeinschaft lassen sich auch heute beim Lesen der aktuellen „Leitlinien für die DIAKONIE NEUENDETTELSAU“ als Zielsetzungen erkennen.

Wie die Archivunterlagen des Mutterhauses in Neuendettelsau weiter vermitteln, folgte nach der schweren Anfangszeit in den dreißiger Jahren eine gut und sorgfältig geplante Erweiterung der vorhandenen Gebäudestruktur in Lützelbuch. Das Haupthaus sowie das einstige Gebäude für die Bediensteten des Rittergutes wurde ausgebaut und, soweit finanzierbar, modernisiert,. Nachdem jedoch trotzdem die Platzverhältnisse einfach nicht mehr ausreichten, entstand 1932 der damalige Neubau, das so genannte „Obere Haus“ (Einweihung am 1. März 1932) für ältere Ehepaare, und am 19. März 1936 konnte im feierlichen Rahmen der so genannte „Betsaal“, die heutige Heimkapelle, seiner Bestimmung übergeben werden.