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Gustav-Hirschfeld-Ring/Franz-Schwede-Ring

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Gustav-Hirschfeld-Ring/Franz-Schwede-Ring

von Jan Krause

Der Franz-Schwede-Ring wurde am 1. März 1938 als Straßenname festgelegt. Er ersetzte die Ringstraße. Die Umbenennung war zu Ehren des 50. Geburtstages von Franz Schwede (1888-1960) vorgenommen worden.

Auf Veranlassung der US-Militärregierung wurde der Straßenname am 1. Mai 1945 gegen den Gustav-Hirschfeld-Ring ausgetauscht. Gustav Hirschfeld (1857-1938) hatte von 1897 bis 1924 als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Coburg gelenkt.

Franz Schwede war Mitbegründer der Ortsgruppe der NSDAP in Coburg. Er war auch der Erste aus den Reihen der NSDAP, welcher zum Bürgermeister einer kreisfreien Stadt gewählt wurde. Am 28. August 1930 wurde er zum Dritten Bürgermeister gewählt. In kurzer Folge wurde Schwede Zweiter (ab 17. April 1931) und Erster Bürgermeister (ab 17. Oktober 1931), bevor er am 12 Mai 1933 zum Oberbürgermeister der Stadt Coburg emporstieg. 1934 wurde er als Gauleiter und Oberpräsident Pommerns ernannt, wo er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges mit harter Hand regierte.

Schwede kam am 13. Mai 1945 in englische Kriegsgefangenschaft und wurde bis 1947 dort festgehalten. Er wurde danach zwei Mal verurteilt. Zuerst am 25. November 1948 zu neun Jahren Gefängnis wegen Zugehörigkeit zum NS-Führerkorps sowie ein zweites Mal am 7. April 1951 zu zehn Jahren Haft wegen 52-facher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung im Amt. Allerdings wurde am 24. Januar 1956 die restliche Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

 

Dieser Artikel wurde im Rahmen eines Schulprojektes von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Ernestinum (Abiturjahrgang 2016/18) im P-Seminar „Straßennamen“ unter der Leitung von OStRin Isolde Heilgenthal-Habel und unter Mitwirkung von Dr. Hubertus Habel erarbeitet. 

 



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Quellen

Fromm, Hubert: Die Coburger Juden: Geduldet – Geächtet – Vernichtet, Coburg 2012. Habel, Hubertus: Der unaufhaltsame Aufstieg des Maschinisten Franz Schwede, in: Initiative Stadtmuseum Coburg e. V. (Hg.): „Voraus zur Unzeit“: Coburg und der Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland (Coburger Stadtgeschichte, Bd. 2), Coburg 2004, S. 49-52. Habel, Hubertus: Coburg 1907: Leben in der Residenzstadt vor hundert Jahren (Coburger Stadtgeschichte, Bd. 7), Coburg 2007, S. 18 f. Hirschfeld, Gustav: Aus meinem Leben, Ms. o. J. [1936]: StadtA CO Cob. XI/200. Sandner, Harald: Coburg im 20. Jahrhundert, Coburg 2000. Seite „Franz Schwede“, in: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Dezember 2017. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Franz_Schwede&oldid=171631334 (Abgerufen: 1. Januar 2018). Stadt Coburg: Bekanntmachung Nr. 8 (1.5.1945), in: Sauerteig, Alfred: Coburger Zeitungsgeschichte, Coburg 1949, S. 160.


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Kategorien: Straßennamen

| Namen der NS-Diktatur |

letzte Aktualisierung am 26.01.2018 08:35:34


 

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