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Stolperstein für Heinrich Zucker, Steinweg 19

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Hier wohnte Heinrich Zucker. Die Patenschaft über seinen Stein hat Angela Platsch übernommen. Heinrich Zucker wurde 1881 in Galizien geboren. 1909 kam er als junger Mann nach Coburg und eröffnete hier in diesem Haus ein Schuhgeschäft. Bereits im Juli 1931 bekam er den Hass der Nazis auf die Juden zu spüren: Zusammen mit seiner Frau stand er in der Spitalgasse vor einem Schaufenster, als ein junger Nazi ihn anrempelte. Ein weiterer Nazi rief ihm zu: „Hättest du ihn doch ins Fenster gerammelt!“

1933 hatte auch er unter den Boykott-Aktionen zu leiden und seine Existenz war bedroht. Er konnte aus seinem Laden kaum noch Einkünfte erzielen und musste zusätzlich als Hausierer Geld verdienen. Die Reichspogromnacht bedeutete schließlich das Ende des Ladens. Mit Hilfe ihrer Kinder, die bereits im Ausland lebten, gelang es auch Heinrich Zucker und seiner Frau aus Coburg zu flüchten. Das einzige, was das Ehepaar mitnehmen konnte war ein Koffer mit dem Allernotwendigsten und zehn Mark. Das erste Ziel der Zuckers war zunächst Genua. Von dort aus reiste das Paar weiter nach Argentinien. Dort starb Heinrich Zucker im Jahr 1944.


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Quellen

Stadtarchiv Coburg Hubert Fromm: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Initiative Stadtmuseum, Coburg 2001.


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letzte Aktualisierung am 22.05.2014 14:35:01