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Stolperstein für Leo und Heinrich Zeilberger, Steinweg 16

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Hier wohnten und arbeiteten die Brüder Leo und Heinrich Zeilberger. Die Patenschaft über ihre Stolpersteine haben Bündnis 90/Die Grünen, Stadtverband Coburg und Kathrin und Kai Freisler übernommen.

Die Zeilbergers besaßen ein großes Modehaus hier in diesem Gebäude. Weil die Brüder erklärte Nazi-Gegner waren, wurden sie schon in den 20er Jahren heftig schikaniert. Dem Geschäft wurden Betrügereien vorgeworfen und im Jahr 1923 zertrümmerten die Nazis die Schaufenster des Modehauses. Im Juni 1924 wurden die Brüder vor diesem Haus von Nazis bedroht und zusammengeschlagen. Vor allen anderen jüdischen Geschäften wurde das Modehaus boykottiert und musste 1932 vorübergehend schließen.

Am 12.März 1933 wurden die Zeilbergers früh aus ihren Betten geholt und ins Rathaus geschleppt, wo sie in der Prügelstube misshandelt wurden. Im Mai wurden die Brüder ins KZ Dachau gebracht. 1936 wurden die beiden wieder entlassen und kehrten nach Coburg zurück. Allerdings wurden sie nur unter der Bedingung freigelassen, aus Deutschland wegzugehen und nie wieder zurückzukommen. 1937 flüchteten die beiden mit ihren Familien nach Palästina. Leo Zeilberger starb 1989 in Israel, Heinrich Zeilberger wanderte in die USA aus und verstarb dort im Alter von 79 Jahren. 1953 besuchte er ein letztes Mal seine alte Heimatstadt Coburg.


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Quellen

Stadtarchiv Coburg Hubert Fromm: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Initiative Stadtmuseum, Coburg 2001.


Informationen

Kategorien: Stolpersteine |

letzte Aktualisierung am 23.05.2014 09:49:27