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Stolperstein für Georg, Charlotte, Hans u. Susi Nomburg

Hier wohnten die Ehepaare Georg und Charlotte Nomburg sowie Hans und Susi Nomburg. Die Patenschaften über ihre Steine haben Karin Schunk, Gudrun Wurmthaler, und Ramona und Andreas Prall übernommen.

Die Brüder Georg und Hans Nomburger betrieben in Coburg ein Textilwarengeschäft. Beide besaßen die polnische Staatsbürgerschaft, beantragten aber einen deutschen Pass. Georg Nomburg erhielt ihn 1922, sein Bruder 1926. Gleichzeitig begannen die Nazis mit ihrer Hetzkampagne gegen die Nomburgs. In der NS-Zeitung „Der Weckruf“ schrieben sie: „Wer ist Georg Nomburg? In einer Zeit des allergrößten Wohnungselends gelang es dem eben eingewanderten Juden mit echt jüdischer Frechheit in einem der schönsten Häuser Coburgs, im Steinweg 17, eine Wohnung zu finden.“

1928 flüchteten die Nomburgs aus Coburg und gingen nach Berlin. 1934 gerieten sie aber erneut ins Visier der Coburger Nazis. Der Coburger Stadtrat wollte unbedingt ihre Einbürgerungen rückgängig machen. Die Nomburgs wehrten sich dagegen. Hans Nomburg schrieb: „Ich bitte ergebenst, mir die Staatsangehörigkeit als deutscher Reichsangehöriger zu belassen, zumal ich deutsch erzogen worden bin und nur deutsch denke und fühle.“ Doch die Nomburgs stießen auf taube Ohren und beide Ehepaare sowie die Kinder wurden staatenlos. 1939 wanderten Hans und Susi Nomburg mit ihren Kindern nach Chile aus. Georg und Charlotte wollten ihnen folgen, erhielten aber kein gültiges Visum. Daraufhin wurden sie 1941 ins KZ Litzmannstadt deportiert und ermordet.

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Quellen

Stadtarchiv Coburg Hubert Fromm: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Initiative Stadtmuseum, Coburg 2001.


Informationen

Kategorien: Stolpersteine |

letzte Aktualisierung am 23.05.2014 09:54:03