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Stolperstein für Ruth Kraus, Bahnhofstraße 28

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Hier wohnte Ruth Kraus, geborene Forchheimer. Ruth Kraus wurde am 8. Juli 1923 in Coburg geboren. Als Jugendliche war sie als Leichtathletin bekannt. Sie liebte die Schule und den Umgang mit ihrem Großvater Cornelius Krämer. Außerdem spielte sie gerne Akkordeon. Als die Nazis per Gesetz den Juden verboten, ein Instrument  zu spielen, kaufte ihre Mutter eine Mundharmonika, die leicht zu verstecken war. Im Jahr 1936 war der Besuch einer öffentlichen Schule nicht mehr möglich, deshalb besuchten Ruth und ihr Bruder Robert zwei Jahre lang eine jüdische Schule in Coburg. Als dies zu gefährlich wurde, schickten die Eltern sie und ihren Bruder nach Berlin, wo sie eine amerikanische Schule besuchten, bis auch dies nicht mehr sicher war. Im Herbst 1938 flüchteten sie und ihr Bruder nach Holland, wo sie in einem Flüchtlingslager aufgenommen wurden. Mit dem Schiff fuhr Ruth Kraus zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Cleveland, Ohio, wo sie ab Ende 1939 lebte. Am 17. März 1946 heiratete sie Herbert Kraus aus Demmelsdorf. Sie hatten drei Kinder, Renee, Ron und Jeff. Seit 2010 genießt Ruth ihr „Rentner-da-sein“ wie sie es nennt und spielt bis heute Mundharmonika.

Die Patenschaft haben Angehörige der Familie übernommen.

 

 


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Quellen

Fromm, Hubert: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Coburg und der Initiative Stadtmuseum Coburg. Neustadt bei Coburg. Patzschke 2001.


Informationen

Kategorien: Stolpersteine | Jüdische Frauen |

letzte Aktualisierung am 23.05.2014 09:33:44