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Stolperstein für Emil Forchheimer, Bahnhofstraße 28

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Hier wohnte Emil Forchheimer. Er wurde am 24. Juli 1890 in Gemunden am Main geboren. Er diente im ersten Weltkrieg in Kaiser Wilhelms Armee und erhielt das Eiserne Verdienstkreuz. Im April 1918 wurde er verwundet und kam ins Krankenhaus. Im August 1918 wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Zwischen 1918 und 1921 zog er nach Coburg. 1922 heiratete er Berta Kaiser. Sie hatten drei Kinder: Peter, Franz und Anne. Zusammen mit Alexander Körner betrieb er bis 1933 eine Korb- und Polstermöbelfabrik, dann wurde die Partnerschaft beendet. Nach 1934 arbeitete Emil als selbstständiger Reisender und verkaufte Korbwaren. Als die Nürnberger Gesetze ihn in seiner Freiheit einschränkten, sagte er immer wieder verzweifelt zu seiner Familie: Das ist illegal. Ich bin ein deutscher Bürger. Trotzdem wurden ihm und den anderen Juden die Bürgerschaft aberkannt. Im Zuge der Reichspogromnacht wurde er gefangengenommen und vom 10. November 1938 bis Anfang März 1939 gefangen gehalten. Nach seiner Entlassung flüchtete er nach England. Dort empfing er im Mai 1939 seine Tochter Anne. Im April 1940 verließ die gesamte Familie England und ging in die USA, nach Columbus, Ohio. Dort gründete die Familie einen Großhandel für Spielsachen. 1955 starb Emil Forchheimer.

Die Patenschaft  haben Angehörige der Familie übernommen.

 

 


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Quellen

Fromm, Hubert: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Coburg und der Initiative Stadtmuseum Coburg. Neustadt bei Coburg. Patzschke 2001.


Informationen

Kategorien: Stolpersteine | Jüdische Frauen |

letzte Aktualisierung am 29.07.2014 11:38:01