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Stolperstein für Berta Forchheimer, Bahnhofstraße 28

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Hier wohnte Berta Forchheimer. Sie wurde unter dem Mädchennamen Kaiser am 28. Mai 1897 in Ibenheim geboren. 1922 heiratete sie Emil Forchheimer und zog nach Coburg. Berta Forchheimer war gelernte Lehrerin. Während sie die drei Kinder groß zog, arbeitete sie jedoch als Buchhalterin und Büroleiterin für ihren Mann. Sie war zutiefst betroffen, als es ihr und den anderen Juden verboten wurde, Konzerte und Theaterstücke zu besuchen, weil sie beides sehr liebte. 1937 entschied sie, ihren Sohn Peter zu Verwandten in die USA zu schicken, um zu verhindern, dass er gefangengenommen und zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde. Sie schrieb in einem Brief: „Peter in die USA zu schicken war das Schlimmste, was ich je tun musste.“ Nach der Reichpogromnacht besorgte sie Visa für den Rest ihrer Familie. Sie sorgte dafür, dass auch Franz und Anne Deutschland mit verschiedenen Kindertransporten verlassen konnten und dass Emil aus dem Gefängnis frei kam und Deutschland ebenfalls verlassen konnte. Kurz vor der Ausreise verstarb Berta Forchheimers Vater Luis in Gotha, nachdem er während der Reichspogromnacht zusammengeschlagen worden war. Aus diesem Grund blieb sie noch einige Zeit in Deutschland bei ihrer Mutter und verließ ihre Heimat erst am 5. Juli 1939. Zusammen mit ihrem Ehemann und den Kindern ging sie im April 1940 in die USA. Im November 1987 starb sie.

 

Die Patenschaft wurde von Angehörigen der Familie übernommen.

 


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Quellen

Fromm, Hubert: Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal. Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Coburg und der Initiative Stadtmuseum Coburg. Neustadt bei Coburg. Patzschke 2001.


Informationen

Kategorien: Stolpersteine | Jüdische Frauen |

letzte Aktualisierung am 29.07.2014 11:37:47