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1976

Tante Emmas Laden

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Sabid Karal: Was hast du erlebt, als du nach Coburg gekommen bist? 

Mehmet Karal: Ich kam im Jahre 1976 das erste Mal nach Coburg. Damals war ich 9 Jahre alt. Damals gab es in der Steingasse einen kleinen Lebensmittelladen (Steingasse 2, heute Bäckerei Kerling). Da musste ich als ältestes Kind der Familie Kleinigkeiten wie Obst und Lebensmitteln kaufen gehen. Die Inhaberin Tante Emma wusste, dass ich der älteste der Kinder war, und dass ich nicht weit nach hause zu laufen brauchte. Als sie mich etwas näher kennengelernt hatte, gab mit Tante Emma nach dem Einkauf ein paar Kilo Bananen mehr. Ich war sehr überrascht. Aber das war nicht das einzige Mal: nach jedem Einkauf gab mir Tante Emma gratis etwas dazu, was mich als Kind immer wieder erfreute. Dank solchen lieben Nachbarn habe ich Coburg lieben gelernt.  

Sabid Karal: Gibt es diesen Laden immer noch? 

Mehmet Karal: Leider nicht. Nach Jahren wurden überall Supermärkte eröffnet und eines Tages kam es wie es kommen musste, die Tür des Kleinladens blieb für immer geschlossen. Damals war ich sehr traurig.

Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Nationen leben in der Stadt Coburg. Ganz nach dem Motto „Wir sind Coburg!“ sammelten Jugendlichen für die Internationalen Woche vom 16. bis 24. Juni 2012 Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern, die aus unterschiedlichen Ländern in die Vestestadt gekommen waren. Während der Internationalen Woche präsentierten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen mit einem bunten Programm Bräuche, Traditionen und kulinarischen Köstlichkeiten aus ihrer Heimat. Mit dabei war auch der interaktive Zeitstrahl des Digitalen Stadtgedächtnisses.

Wir bedanken uns für die aktive Mithilfe bei den beteiligten Familien und bei Frau Hanl vom Internationalen Kinder- und Jugendzentrum „Kaleidoskop“ in Wüstenahorn und dem Türkischlehrer Herr Zengin.

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Sabid Karal: Coburg’a ilk geldiğinde neler yaşadın?

Mehmet Karal: İlk olarak 1976 yılında 9 yaşında Coburg’a geldim. O zaman Steingasse’de küçük bir bakkaliye dükkanı vardı. Ailenin en büyük çocuğu olarak ufak tefek alışverişi orada  ben yapmak  zorundaydım. Dükkanın sahibi Emma Teyze benim ailenin en büyük çocuğu olduğumu biliyordu ve evimizin de pek uzak olmadığını biliyordu. Beni biraz yakından tanıdıktan sonra bir gün Emma Teyze alışverişimi bitirdiğimde bana bir kaç kilo muz fazla verdi. Tabiki buna çok şaşırmıştım. Ancak bundan sonra hep böyle oldu; ben alışverişimi yaptıktan sonra Emma Teyze her seferinde bir şey hediye ediyordu. Çocuk olarak buna çok seviniyordum tabiki. Böylesi sevimli komşular sayesinde Coburg’u sevmeye başladım.

 Sabid Karal: Bu dükkan hala var mı?

Mehmet Karal: Maalesef yok. Yıllar geçti ve her taraftan süpermarketler açıldı. Kaçınılmaz son gelmişti ve bir gün Emma Teyze’nin dükkanının kapısı bir daha açılmadı. Buna çok üzülmüştüm.



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Quellen

Sabid Karal, 6. Klasse, Gymnasium Ernestinum interviewte seinen Vater Mehmet Karal


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Kategorien: Zeitzeugenberichte

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letzte Aktualisierung am 17.03.2014 14:50:58