Alle Artikel

1979

Von der Türkei nach Coburg

ZeitstrahlAuf dem Zeitstrahl anzeigen     

 Betül Torun: Was hast du so erlebt, als du nach Coburg gekommen bist? 

Fikret Torun: Als ich das erste Mal nach Coburg, aber auch Deutschland überhaupt, gekommen bin, war ich mit gemischten Gefühlen angekommen und war gleichzeitig etwas überrascht. 

Betül Torun: Warum? 

Fikret Torun: Ich habe gesehen, dass in der Metzgergasse, wo ich wohnte, fast nur türkischstämmige Menschen lebten. Das war einerseits gut, da ich mich nicht in einer allzu fremden Umgebung gefühlt habe. Doch andererseits war es schwerer für mich, die deutsche Sprache zu lernen und mich mit deutschen Menschen zu befreunden und dadurch auch die deutsche Mentalität und Lebensweise zu lernen. 

Betül Torun: Wie war es in der Schule? 

Fikret Torun: Da war es leider nicht anders. Der deutsche Staat hatte eigentlich damals vor, alle Gastarbeiter, wie wir damals genannt wurden, wieder in ihr Herkunftsland zu schicken und bereitete uns auf die Rückkehr vor. Deswegen gab es damals Schulen, in denen die meisten Fächer in Türkisch unterrichtet wurden, viele Lehrer waren aus der Türkei. Und das war auch an der Melchior-Frank-Schule nicht anders, wo ich die Schule besucht habe. Fünf unserer Lehrer waren aus der Türkei. Leider waren wir auf dieser Schule wieder unter uns und mit der deutschen Sprache ging es wieder schleppend voran. 

Betül Torun: Wie lange hast du gebraucht, um Deutsch zu lernen? 

Fikret Torun: Länger als ich es mir vorgestellt und erhofft habe. 

Betül Torun: Was hast du noch für ein interessantes Erlebnis gehabt? 

Fikret Torun: Eines Nachts als ich von der Arbeit kam habe ich zwischen Lützelbuch und Seidmannsdorf einen Hasen überfahren. Zuerst bin ich weitergefahren, aber dann hat mich das schlechte Gewissen gepackt und ich fuhr zurück. Ich bemerkte, dass der Hase leicht humpelte und weglaufen konnte. Ich rief die Polizei an, die auch gleich kam. Sie nahmen den Kleinen mit und ich durfte nach Hause fahren. 

Menschen aus mehr als 100 verschiedenen Nationen leben in der Stadt Coburg. Ganz nach dem Motto „Wir sind Coburg!“ sammelten Jugendlichen für die Internationalen Woche vom 16. bis 24. Juni 2012 Erinnerungen ihrer Eltern und Großeltern, die aus unterschiedlichen Ländern in die Vestestadt gekommen waren. Während der Internationalen Woche präsentierten Menschen aus unterschiedlichen Kulturen mit einem bunten Programm Bräuche, Traditionen und kulinarischen Köstlichkeiten aus ihrer Heimat. Mit dabei war auch der interaktive Zeitstrahl des Digitalen Stadtgedächtnisses.

Wir bedanken uns für die aktive Mithilfe bei den beteiligten Familien und bei Frau Hanl vom Internationalen Kinder- und Jugendzentrum „Kaleidoskop“ in Wüstenahorn und dem Türkischlehrer Herr Zengin.

_____________________________________

Betül Torun: Coburg’a geldiğinde neler yaşadın? 

Fikret Torun: Coburg‘a ve Almanya’ya karışık duygularla gelmiştim biraz da şaşırmıştım doğrusu. 

Betül Torun: Oturduğumuz Metzgergasse sokağında nerdeyse sadece Türk kökenli insanların yaşadığını fark ettim. Bu bir kendimi fazla yabancı hissetmemi sağlıyordu öte yandan da almanca öğrenmemi zorlaştırıyordu ve alman arkadaş edinmemi engelliyordu ve böylece alman yaşam tarzını ve alman mantalitesini keşfetmeme engeldi. 

Betül Torun: Peki okul nasıldı? 

Fikret Torun: Maalesef orada da farklı değilde. Alman devleti bize misafir işçi ailesi diyordu ve o zaman aslında bütün yabancıların tekrar ülkelerine gitmeleri için hazırlıklar yapıyordu. Okullarda dersler ağırlıklı olarak türkçe işleniyordu ve birçok öğretmen Türkiyeden geliyordu. Benim okuduğum Melchior Frank Schule’de  de durum farklı değildi. 5 öğretmenimiz Türkiye‘dendi. Maalesef okulda da kendi aramızdaydık  ve bu nedenle Almanca öğrenmem uzun zaman aldı. 

Betül Torun: Almanca’yı öğrenmen ne kadar sürdü? 

Fikret Torun: Sandığım ve hayal ettiğim süreden daha uzun bir zamana ihtiyaç duydum. 

Betül Torun: Başka yaşadığın ilginç bir şey var mı? 

Fikret Torun: Bir gece arabamla işten geldiğimde Lützelbuch ve Seidmannsdorf arasında bir tavşanı ezdim. Önce tepki vermeyip yoluma devam ettim. Ancak daha sonra vicdan azabı duymaya başladım ve geri döndüm. Gördüm ki tavşan sekiyor ve kaçamıyor. Orada polisi aradım. Hemen geldiler. Onlar tavşanı aldılar, ben de nihayet evime gidebildim.

 



Verknüpfte Dokumente
 
Quellen

Interview: Betül Torun, Realschule COI, 6.Klasse, interviewte ihren Vater Fikret Torun.


Informationen

Kategorien: Zeitzeugenberichte

| Nachkriegszeit | Stadt.Geschichte.Zukunft |

letzte Aktualisierung am 17.03.2014 14:52:35