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Gedicht zum Hahnfluß

475 Stadtarchiv Coburg

Stadtarchiv Coburg

Gehst du jetzt an den Hanflußstrand,
So siehst du keinen Wasserstrand,
Du siehst nur trübe Lachen.
Am Ufer steht das Publikum
Und widmet sich dem Studium
Der dort verstauten Sachen

Denn das verbrauchte Inventar,
Das in dem Jahr entbehrlich war,
Das lebende und tote,
Wenn´s irgendwo den Platz verengt,
So wurd´ es in der Flut versenkt
Trotz städtischer Verbote.

Der Lodenhut und Seidenstrumpf
Liegt mit dem Schlüpferchen im Sumpf
Bei Hausefall´n und Scherben.
Ach, auch manch junge Miezekatz
Fand hier den letzten Ruheplatz
Und mußt im Hahnfluß sterben.

Von rost´gem Eisen Ring und Rohr,
Ja selbst ein halbes Gartentor
Und Büchsen für Sardinen,
Spiralen aus dem Kanapee,
Der Wecker einer Küchenfee
Sind jetzt am Licht erschienen.

Die Buben patschen drin herum,
ein Blech, ein Draht, ein Eisentrumm
Sind wert sich d´rum zu raufen.
Und Männer schaufeln auf den Kram,
der achtlos in das Wasser kam
Und fahren ihn auf Haufen.


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Quellen

Heinrich Langbein Stadtarchiv Coburg, Sign.: Fo. Slg.03-19-41


Informationen

Kategorien: Gedichte und Bilder |

letzte Aktualisierung am 17.03.2014 15:28:16


 

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