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Das Leben nach 1933

21791 Rudolf Däbritz in Würzburg

Ostern 1933 wurde der jüdische Schüler Ernst Meyer politisch bedroht und verließ unmittelbar nach der schriftlichen Reifeprüfung die Stadt. Als ihm Däbritz ein Telegramm sandte und ihm zum bestandenen Abitur gratulierte, wurde dies bekannt und in der Coburger Nationalzeitung begann eine Serie von Artikeln gegen ihn.  Man verlangte die Absetzung des im NS-Staat unerwünschten Mannes und 1934 nahm ihm der Gauleiter und Kultusminister Schemm sein Amt als Direktor des Coburger Casimirianums ab.  

Es war nur dem Ministerialrat Bauerschmidt im Kultusministerium zu verdanken, dass er nach Würzburg an das Alte Gymnasium auf die Stelle eines Oberstudiendirektors versetzt wurde.  Die Kollegen in Würzburg nahmen Däbritz mit Takt und Herzlichkeit auf. Der Rektor Kesselring ließ ihn seine besondere Wertschätzung spüren. Prälat Ott aus Bamberg, früher Pfarrer an St. Augustin in Coburg vermittelte ihm hilfsbereit wichtige Verbindungen zur katholischen Kirche in Würzburg.

So sehr er auch unter dem Unrecht litt, in jenen Jahren, so fühlte er sich doch persönlich  wohl in Würzburg, der Stadt der Kunst, der geschichtlichen Vergangenheit, der Universität.

 


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Quellen

Aus: Biografie von Dr. Rudolf Däbritz, verfasst von seinem jüngsten Sohn Eberhard Däbritz (1919 – 2011)


Informationen

Kategorien: Dr. Rudolf Däbritz |

letzte Aktualisierung am 27.04.2012 11:23:53


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