Alle Artikel

Erläuterung der Artikelklassen
Darstellung 1990

Der Verein Hüben und Drüben

ZeitstrahlAuf dem Zeitstrahl anzeigen     
1260 Satzung des Vereins „Hüben und Drüben“, Coburg, 29.1.1990. Städtische Sammlungen Coburg EN 10863.
Satzung des Vereins „Hüben und Drüben“, Coburg, 29.1.1990. Städtische Sammlungen Coburg EN 10863.


Die Besucher diesseits und jenseits der DDR-Grenze im südthüringischen bzw. Coburger Raum, begrüßten sich zwar wie gewohnt mit „Gudn Daach“, waren aber häufig überrascht, dass man auf der jeweils anderen Seite des nun löchrig gewordenen „Eisernen Vorhangs“ den selben Dialekt spricht. Die über vierzigjährige Trennung hatte jedoch erhebliche Unterschiede in den Lebensstilen, alltagskulturellen Praktiken, beruflichen Arbeitshaltungen und politischen Anschauungen bewirkt.

Zur Erleichterung des gegenseitigen Kennenlernens, Verstehens und zukünftig engeren Zusammenlebens bildete sich in Coburg um die Jahreswende 1989/90 aus privater Initiative der Verein „Hüben und Drüben“, der mit stark administrativ geprägten Formularen grenzüberschreitende Kontakte ermöglichte und förderte. Der Verein ging von der zweistaatlichen Koexistenz von DDR und Bundesrepublik aus. Deutlich rasanter als erwartet, nutzte „die Politik“ das schmale Zeitfenster und bewerkstelligte den Anschluss der im Frühjahr 1990 gegründeten Länder an die alte Bundesrepublik. Damit verliefen die engagiert gestarteten Aktivitäten des Vereins „Hüben und Drüben“ im Sand hinter den fortschreitenden Stiefeln des Vereinigungsprozesses.


Artikel versenden

Verknüpfte Dokumente
 
Quellen

Dr. Hubertus Habel


Informationen

Kategorien: alle Artikel | Coburger Geschichte | Politische Entwicklung | Coburg und die Grenze |

letzte Aktualisierung am 13.03.2012 11:57:53 von Dr. Kerstin Lindenlaub


Verwandte Artikel


Darstellung

Republikfkucht und Zonengrenze

Die millionenfache „Republikflucht“ aus der kommunistisch-diktatorischen DDR über den sogenannten „antifaschistischen Schutzwall“ in den „Westen“ veranlass... ...




Darstellung

Neue Schulen in Coburg

Mit dem Wachstum der Stadt um ganze Stadtteile wie dem „Heimatring“ für Heimatvertriebenen-Familien mussten auch neue Schulen errichtet werden. So bekamen ... ...




Darstellung

Die Neugestaltung des Stadtwappens

Der Coburger Kulturamtsleiter Steiner Kulturamtsleiter wandte sich 1950 an den FDP-Oberbürgermeister Langer, um ihn für die Neugestaltung des Stadtwappens ... ...




Darstellung 1961

Thüringerwald-Verein

1906 war auf der Sennigshöhe bei Drossenhausen der nach der verstorbenen Herzogin Alexandrine benannte Aussichtsturm eingeweiht worden. Zu seinem Unterhalt... ...




Darstellung 14.08.1960

100 Jahre deutsche Turnerschaft

Hatte die Gründung der deutschen Turnerschaft 1860 in Coburg im Zeichen der nationalen Einigung des politischen „Fleckerlteppichs“ gestanden, so war währen... ...




Darstellung

Die Währungsreform

Die Ästhetik der „westlichen Welt” wurde nicht nur nach und nach in der Musikkultur und in der Mode unübersehbar, auch die ersten Geldscheine der mit der „... ...




Darstellung

Wachstum der STadtbevölkerung

Nicht nur die Amerikaner sorgten durch die Requirierung einer Vielzahl von Wohn- und Geschäftsgebäuden für die Zwecke der Militärregierung für drangvolle E... ...




Darstellung 22.04.1960

Die grüne Zonengrenze

So „eisern“ wie die „Vorhang“-Methapher der innerdeutschen Grenze in der politischen Sprache des „Kalten Krieges“ als undurchdringlich apostrophiert wurde,... ...




Darstellung 23. Mai 1949

Das Grundgesetz tritt in Kraft

Am 23. Mai 1949 ist die im Hinblick auf die anzustrebende „Wiedervereinigung“ bewusst provisorisch formulierte westdeutsche Verfassung in Form des „Grundge... ...




Darstellung 28.09.1991

Zugverbindung Sonneberg - Coburg

Ein regionaler Feiertag war die Inbetriebnahme der bis Sonneberg durchgängigen Zugverbindung am 28. September 1991, die seit dem Sommer 1945 unterbrochen w... ...